"Ausreiseverbot" für Umgebindehaus aufgehoben

Nach einem monatelangem Kampf um Genehmigungen erteilt die Landesdirketion Dresden grünes Licht für ein spektakuläres Vorhaben eines Berliner Investors - Ein originales Oberlausitzer Umgebindehaus zieht von Neugersdorf nach Berlin und wird dort für die Schönheit der Oberlausitz werben.
Der Berliner Projektentwickler Thomas Mix aus Berlin hat einen kühnen Plan: Er will ein Umgebindehaus aus der Oberlausitz in die Bundeshauptstadt versetzen und original erhalten. “Oberlausitzer Botschaftshaus” soll es heißen und in Berlin für die Schönheit der Oberlausitz und ihre einzigartige Volksarchitektur werben. Aber so einfach, wie sich der Initiator das Ganze vorstellte, war es nicht. Der Landkreis Görlitz sagte zunächst “Nein” zu dem Vorhaben. Beruflich hat Thomas Mix viel mit der Sanierung denkmalgeschützter Immobilien zu tun, vor allem in Berlin und Magdeburg. Von Umgebindehäusern hatte er bis zu einem privaten Besuch in der Oberlausitz noch nichts gehört. Ein Urlaub in Großschönau war für seine gesamte Familie ein voller Erfolg. Noch heute schwärmt er von dem tollen Raumklima eines Umgebindehauses. Völlig verwundert war er darüber, dass viele dieser Häuser leer stehen und vom Verfall bedroht sind. „Wir haben eine Diskrepanz zwischen baulicher Schönheit, Schlichtheit, dem super Raumklima und der Tatsache, dass die Oberlausitzer selbst die Häuser leer stehen lassen müssen“, so Thomas Mix. Dadurch kam er auf die Idee ein “Oberlausitzer Botschaftshaus” in Berlin zu errichten.
Nach einem monatelangem Kampf ist es nun soweit: Die Landesdirketion erteilte grünes Licht für das spektakuläre Vorhaben. Allerding knüpft sie an das “Ja” an bestimmte Bedingungen: So muss das Haus detailliert mit Fotos, Lageplan, Grundriss und dgl. dokumentiert werden. Die historisch wertvollen und wichtigen Bauteile müssen im Zuge des Abbaus geborgen, wetterfest eingelagert und beim anschließenden Wiederaufbau wieder verwendet werden. Auch der Abbau muss dokumentiert werden und darf erst beginnen, wenn Thomas Mix dem Landratsamt Görlitz die Genehmigung zum Wiederaufbau des Hauses in Berlin vorlegt.
Dazu Christine Schlagehan, Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Löbau: “Wir wurden durch einen Parteifreund aus Limbach-Oberfohna auf das Vorhaben aufmerksam gemacht. Der Kontakt mit Herrn Mix war schnell hergestellt und seine Begeisterung für das Projekt hat uns angesteckt. Wir konnten den Kontakt zu den regionalen Medien herstellen, die durch ihre Berichterstattung dafür gesorgt haben, dass auch viele Oberlausitzer Kenntnis von dem Vorhaben erlangten. Wir freuen uns, dass die Bemühungen letztlich erfolgreich waren und wünschen Herrn Mix viel Erfolg bei seinem Projekt. Für die Tourismusregion Oberlausitz ist die Aktion eine hervorragende Werbemöglichkeit: Viele Berliner und Brandenburger, aber auch Gäste der Bundeshauptstadt aus der ganzen Welt werden so von der Schönheit unserer Heimat und ihrer einzigartigen Volksbauweise erfahren. Sicher werden so auch einige von ihnen neugierig und wollen sich bei einem Besuch vor Ort ein Bild davon machen.”
Thomas Mixer ist währen der vergangenen Wochen und Monate mit vielen Oberlausitzern ins Gespräch gekommen. Sein Resümee: „Das Verständnis für das Vorhaben und der Stolz auf ihre Umgebindehäusl, wie sie so liebevoll sagen, haben mich beeindruckt.“