Hellmut Königshaus zum Thema Afghanistan-Politik
„Sicherheit und Aufbau, beides gehört zusammen!“ verteidigt der designierte Wehrbeauftragter des Bundestages den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan

"Sicherheit und Aufbau, beides gehört zusammen!“ verteidigt der designierter Wehrbeauftragter des Bundestages den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan beim politischen Themenabend des Ortsverbandes FDP Görlitz und der Wilhelm-Külz-Stiftung in Görlitz.
Foto: Frank Wittig, Ortsverband FDP Görlitz, Hellmut Königshaus und Martin Pescheck der die Einladung an den Bundestagsabgeordneten initiiert hat.
Königshaus beleuchtete die Afghanistan-Politik zunächst aus historischer Perspektive. Den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in den USA folgte die so genannte „Operation Enduring Freedom“ der Vereinten Nationen im Oktober 2001. Ziel sei es dabei, Führungs- und Ausbildungseinrichtungen von Terroristen auszuschalten, Terroristen zu bekämpfen, gefangen zu nehmen und vor Gericht zu stellen.
Hellmut Königshaus setze sich neben dem militärischen Engagement besonders für den Wiederaufbau des Landes ein. „Wir wollen, dass Afghanistan zu einem eigenständigen und soliden Partner in der Staatengemeinschaft wird. Sicherheit und Aufbau, beides gehört für uns zusammen“, betonte er. Das Land müsse eine eigene Kultur aufbauen, die nicht von Oppositionellen missbraucht werde, wie dies vorher der Fall gewesen sei.
Der liberale Bundestagsabgeordnete erläuterte einige Problemfelder in der Afghanistan-Politik. „Wir müssen bedenken, dass die militärischen Truppen die Taliban lediglich vertrieben haben. Sie sind in die Grenzregionen besonders nach Pakistan geflüchtet und stellen weiterhin eine Bedrohung für den Aufbau Afghanistans dar“, verdeutlichte Königshaus. Eine Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan sei nicht vorhanden. Das mache den Kampf gegen die Taliban umso schwerer. Das Land habe eine große Zahl an Widerstandskräften beziehungsweise Oppositionelle, die die Bildung einer afghanischen Regierung behindern.
Hellmut Königshaus stellte weiter fest: „Wir müssen den Menschen eine wirtschaftliche Perspektive geben. Das Land ist rückständig in jeder Hinsicht. Zudem ist Afghanistan sehr unterschiedlich strukturiert, sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht!“ Er sprach auch die Probleme des Drogenhandels an. „Drogen finanzieren letztlich den Terror. Daher gilt es, die Strukturen des Drogenhandels zu durchbrechen“, so Königshaus.