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Kristin Schütz, MdL besucht Hospiz in Hernhut

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Im Rahmen des sachsenweiten Aktionstags „Perspektivwechsel“ der Freien Wohlfahrtspflege am Mittwoch dem 02.Juli 2009 entschied sich Kristin Schütz, MdL, für das Stationäre Hospiz Siloa in Herrnhut. Tief beeindruckt von der Arbeit des stationären Hospizes Siloa zeigte sie sich anlässlich dieses Besuches.

Frau Seyfried, Leiterin des Hospizes, gab zu Beginn des Gesprächs ein paar einleitende Worte zu ihrer Arbeit, dass Sie seit 2002 an diesem Projekt arbeitet und dass ihre Arbeit mit einer Auszeichnung durch den Bundespräsidenten Horst Köhler ausgezeichnet wurde. Im Haus gibt es 12 Betten und 21 Beschäftigte im ambulanten und stationären Bereich. Finanziert wird es zu 90% bei attestierter Pflegebedürftigkeit durch die Kranken- und Pflegekassen und 10 % sind als Eigenanteil des Trägers zu erbringen. Deshalb ist das Haus dringend auf Hilfe und Spenden angewiesen.

Im Haus ist alles voll auf die Bedürfnisse der Bewohner des Hospizes eingerichtet, sie stehen ganz im Mittelpunkt der Einrichtung und eine vertraute Umgebung ist neben der Schmerzfreiheit ein Teil des Wohlbefindens.
Die Bewohner aller Glaubensrichtungen erfahren hier viel Ruhe und Zuwendungen

Ende vorigen Jahres konnte trotz großer Schwierigkeiten der Betrieb des Hauses fortgeführt werden. Dankbar war Frau Seyfried vor allem denen, die dabei geholfen haben, wie der Brüder-Unität Herrnhut, dem Diakonischen Werk Sachsen, der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sowie auch ganz besonders den vielen Mitarbeitern, ganz gleich ob haupt- oder ehrenamtlich. Die wichtigen Dinge, vor denen die Bewohner hier am meisten fürchten –Einsamkeit und Schmerz- gibt es hier nicht, niemand muss allein sein und Schmerzen haben. Jeder Mensch muss sterben, aber wie kann ein Mensch mit dem Wissen, dass seine Zeit fast abgelaufen ist, umgehen. Frau Schütz konnte sich überzeugen, wie es die Mitarbeiter schaffen, täglich mit dieser Situation umzugehen.

In vielen Gesprächen mit Angehörige und Betroffenen wird klar, wie mit dem Unvermeidbaren umzugehen ist, nur wenn der Tod nicht tabuisiert wird, lernen beide ihn zu akzeptieren. Sterbende sind Lebende bis zuletzt. In unserer Gesellschaft muss mehr über den Tod in jedem Alter gesprochen werden, es sterben nicht nur alte Menschen, auch Kinder sterben.

Frau Schütz konnte auch erfahren, dass in dem liebevoll sanierten Haus den Betroffenen keine Krankenhausatmosphäre erwartet. Wer möchte, und dies ist auch von der Einrichtung vorgesehen, kann auch von den Angehörigen dort mitwohnen.

Kriterium für die Aufnahme in das Hospiz ist, dass eine Heilung ausgeschlossen ist. Dabei muss es sich nicht immer um ältere Menschen handeln, in harten Zahlen ausgedrückt beträgt die Liegezeit durchschnittlich 37 Tage. Den Aufenthalt im Hospiz begrenzt der Tod – und die Fallpauschale der
Krankenkasse, die 28 Tage beträgt.

Glücklich ist Frau Seyfried auch über die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Frau Dr. Neumann aus Löbau und Frau Dr. Taube aus Berthelsdorf, die die Betroffenen betreuen, außerdem hat jeder Bewohner einen ehrenamtlichen Begleiter zur Seite, und das über 24 Stunden. Viel Arbeit muss Frau Seyfried in die Bürokratie investieren, die vor dieser Arbeit nicht Halt macht, auch in Verantwortung der Angehörigen gegenüber. Jeder Angehörige muss genau wissen, was mit dem Schwerkranken geschieht. Es wird alles genau dokumentiert und Probleme werden möglichst sofort gelöst.


Frau Schütz machte deutlich, dass sie die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Kräfte sehr wichtig einschätzt. Die Ruhe und die Zuwendung, die die Sterbenden erhalten, eröffnet für beide Seiten neue Wege zum verarbeiten des Sterbens und des Todes.


10.07.2009